Donnerstag, 24. September 2015

Schafhirten und Kameltreiber

Wer ‚Menschlichkeit‘ definiert - wozu man sie notwendig einem ‚Unmenschlichen‘ feindlich gegenüberstellen muss - entfernt sich damit von der wirklich menschlichen Natur. Mit der Erhöhung zum Begriff wird ‚Menschlichkeit‘ beliebig bestimmbar. Im Grunde ist sie damit unbestimmt mit Bezug auf den menschlichen Leib und dem fremd, was der Mensch also braucht für sein allermenschlichstes Sein. ‚Menschlichkeit‘ in der anmaßenden Allgemeinheit gehört zum Staat und seiner Masse Menschenfleisch, der äußerlich auf Funktionen zum Zweck des reibungslosen Zusammenlebens reduzierten Gleichen Körper. Der Leib aber taugt nicht zur Form- und Gestaltlosigkeit und die wahre Menschlichkeit taugt auch nur für einen anderen, eher kleinen Kreis, in dem der leibliche Kontakt wichtig ist. Die Weibchen gehen aufrecht und opfern sich. Der Rest folgt und folgt auch daraus.

Übrigens hat die leiblich natürliche Menschlichkeit kein böses Gegenteil.

Die abstrakte ‚Menschlichkeit‘ ist einer der puren Arroganz und gar nicht menschlich gemeint. Sie ist ein Totschlag-Argument. Wenn der Massen-Mensch ‚menschlich‘ wird, muss man in Deckung gehen. Da werden die Waffen, der Totschläger, Folter- und Hinrichtungswerkzeuge hervorgeholt.

Beispiellose Arroganz:

' ... wenn einer jemanden tötet, ... es so sein soll, als ob er die Menschen alle getötet hätte.'
Natürlich steht im selben Satz die eigentliche Absicht dieser ‚Menschlichkeit‘ mit der zwingend abstrakt-mörderischen Konsequenz: tötet aber hemmungslos, wo immer ihr Unheil auch nur vermutet.

Oder bei den Kristen: wenn einer auch nur ans Töten denkt, ist das schon Mord oder
wenn einer einen anderen verletzt, ist es so, als ob er den Jammer-Lappen persönlich erst vom Kreuz gerissen und dann noch genagelt hätte, eine doppelte Todsünde ist ihnen das und doppelt mindestens mit langer Folter und grausamem Tod nur zu sühnen.

Das fasst natürlich keiner aus dem Gesindel der Gläubigen. Eher quetscht sich ein wüstes Kamel oder dämliches Schaf durch ein Nadelöhr, als ins GedankenReich der Einsicht.


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