Montag, 7. September 2015

Das absolut Schöne

Schönheit - Lust am Untergang

Schönheit ist der beiläufige Überfluss an der Ware. Der schöne Warenanteil ist der im gesamtgesellschaftlichen Produktionsprozess dem anderen, Mit- oder Untermenschen, abgesparte Mehrwert. Schönheit ist also der Raub als Begriff ohne Objekt. Was macht ein Ding mit/unter schön? Es ist der an der Oberfläche der Ware heraus treibende Verweis auf den menschlichen Leib. Die Schönheit verleiht so den Dingen eine gespenstische Menschlichkeit. Alles Schöne ist dem Menschen ein lebendiges Kleid. Das fremde Leben an den schönen Dingen ist die in Fleisch und Blut zurückverwandelte entfremdete Arbeit. Der Mensch erhält durch das Schöne gleichsam einen neuen Leib. Und das ist der Mensch jetzt in der neuen schönen Welt: ein Menschenfresser und -schlächter, der seine Leibesstarre und eiskalte Fühllosigkeit mit Haut und Haaren seiner Opfer - vor sich auch - bedeckt und die blutige Wärme und den Geruch des frischen Kadavers über sich Empathie nennt. Unter Empathie leidet man, wenn man völlig blind ist für Wahrheit und Wirklichkeit und äußerlich brennt in Lust und Wut. Lust ergibt sich aus der Spannung in der Wertedifferenz von Ware zu Ware, der Wertminderung des Knechts beim Vergleich mit dem Herrn. Wut nährt sich vom Mehrwert, sie will des perversen Produktionsprozesses Notwendigkeit. Alles was schön ist, ist Zeichen der Wut, die zur Herrschaft gehört. Wut ist Gewalt, erinnert. Wir erinnern uns an das, was Schönheit ausmacht: sie entsteht durch Vergewaltigung. Der Wunsch nach lebendiger Schönheit, einem neuen Leib in der WarenWelt, treibt die Produktionsmaschine an und immer weiter voran. Der Wunsch verwandelt das einfache Werkzeug in ein Schmuckstück und über die alles vernichtende Sinnlosigkeit des reinen Mehrwerts in eine schöne Waffe. Waffe kann Schönheit an sich sein, ist der ihr allein gemäße Repräsentant, und die Schönheit des Kriegers selbst ist Teil seiner Waffe und das ihnen vorauseilende Zeichen des Sieges für die kommende Schlacht, die letzte für lange Zeit. Der Sinn für Schönheit ist danach nur mehr der für den Arsch. Am Ende sind wir beim Anfang. Da sind wir endlich so weit und breit.

Worin besteht das Schöne im Wesentlichen? Es stellt sich sinnlich uns dar in Form Funktion und Bewegung des weiblichen Leibes, ganz ohne Zweifel auch in den Äußerungen des Geruchs und Geschmacks der Reste aus allen seinen Tiefen zwischen gespaltenen Teilen.

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