Dienstag, 8. September 2015

Fühllosigkeit

Die eiskalte Fühllosigkeit - die man als Besonderheit weg schiebt vom Heutig-Menschlichen und z. B. Asperger nennt – gehört zum Schmarotzer, der Arbeit nicht vom Leib her denkt, sondern vom Geld aus und als Wackel-Brücke zur WarenWelt. Arbeit ist leicht, aber die Überwindung des Schwindels dabei fällt schwer. Leicht fällt man vom Seil, bevor man das Ziel des Waren-Glückes erreicht. Ist das nicht die Brücke zum Übermenschen: der Weg der Parasiten, Wohlstands-Idioten, des Adels kraft Amtes, der Traum vom Adel im Bürger-Reich, der Arier im Rassen-Reinen? Das Fehlen des Leibes, der Kraft des Leiblichen, der ungehemmten Äußerungen der Organe, macht beim Vergehen des Rausches nach dem Konsum oder Waren-Raub die Depression aus. Auch Depression ist noch Oberfläche und Hautleiden. Das haben wir schon das gespannte Seil, auf dem der Mensch hinüber schreitet zur Insel der Waren-Glückseligkeit oder besser: hin und her immer zur anderen Seite an der lange Stange die Hand, labil am Luft-Ständer, tanzende Seligkeit. Ihr seid alle Marionetten am Luft-Faden, Hampelmänner am Lust-Bändchen.

Lasst euch fallen. Lieber gebrochene Glieder am freien Leib, als mit dem Mangel des Waren-Glücks behaftet sein. Lieber Krüppel mit ungebrochener organgeregelter innerleiblicher Seligkeit.

Die vorgestellte niedergeschriebene Gewalt vereint Tätet und Opfer und führt zum Sturz herab vom Seil der Fühllosigkeit. Nasenspitz gebrochen beim Lesen. Spinner mit Schleimfaden der Schrift hinter sich heftig gerissen. Was ist Bild, was Wirklichkeit?

Die wirkliche Gewalt trennt Täter und Opfer, Täter ist nur noch Geist und Opfer vernichteter Leib.

Schreiben des Schreibens: Eis trennt sich von Honig wieder. Nase frisch pickelgespitzt. Schrift vermittelt Wahrheit und Wirklichkeit: Eishonig ist das, der Liebe Tau in des Leibes Höhle, schwarz auf weiß, Schriftliches, Samen verschleudert, Erde vermengt wieder mit Schweiß, Sinn im Exkrement, Entladung von Herzlichkeit, Kuss der Demut auf das Steinsymbol hinter dem Brutkasten, Hadj zum Weiber-Arsch und Saugen am Knötchen der hämorrhoidalen Schamlappen, Stein der Weisen zwischen blutigen Arschlippen.

Die wirkliche Gewalt wieder: Weiber sind ausgeschlossen von der Männer Seligkeit, eingesperrt, vergewaltigt, Ejakulation unter Männern frei und endlich von Gott auch erlaubt.

Äußerste Gewalt: Gewalt, die zu sich findet: der fühllose Mensch wird vom Leib überwältigt auch: im Zusammenbruch beweist sich diese 'Befreiung'. 'Freiheit!' ist der letzte Kampfschrei im Krieg Reich gegen Arm, GroßReich gegen GroßReich, jeder gegen jeden um nichts als die Frucht fremder Arbeit. Mensch auf dem Weg ins Schlau-Affen-Land oder ins Jenseits durch den Sündenfall. Was bleibt von ihm? Ein Bildchen vielleicht.

Wer Ärsche bildlich-schriftlich küsst, hält den wirklichen Arschlöchern einen Spiegel hin. Dafür gibt es kein Geld, keine Tantiemen, sondern nur den Lohn höchster Gewalt. Dafür darf man auf das Schafott. Köpfen ist ein Bild für die Trennung von Geist und Körper und damit Spiegel-Bild der Bürgerlichkeit. Der Henker holt alle, die hinter dem Spiegel stehen und die Welt leiblich sehen.

Am Ende trifft den Autor der böse Blick wie ein Blitz: er kommt zu sich mit der Einsicht, dass sein Fall der Fälle auch nur ein Absturz ist. Er ist nur etwas anders gepfählt von der Gewalt: ihm schlägt die Wirklichkeit erst aufs Maul und dann auf den Magen und Schreiben ist einfach das, was ihm hinten heraus kommt.

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