Sonntag, 11. Oktober 2015

Zeitsprung

In einem Teil des menschlichen Gehirns ist das ganze menschliche Sein abgebildet. So wie das Hirn als Ganzes die ganze Welt enthält, ist in jenem Teil das A und O des besonderen menschlichen Seins. Das ist der Sitz der menschlichen Seele. Alles was ein Mensch ist und war, bildet verdichtet in alle Ewigkeit das uns nichtig und hohl erscheinende allgemeine Selbstbewusstsein. Scheinbar ist es allen Menschen gleich, ein Fehler des Denkens. Doch im Denken sind wir gefangen und der Fehler ist in Wirklichkeit keiner. Das Selbstbewusstsein ist die unendliche Gesamtheit eines individuellen sich immer wieder zu sich drehenden Seins. Der Faktor Zeit macht, dass wir dieses Bild nicht begreifen. Er ist nicht einfach die vierte Dimension, sondern die Grenze, der Rand der drei. Wenn man den Leib erkennt, überschreitet man die Grenze der Zeit. Unser Leib ist das Schiff und im Hirn ist die Karthe. Die Platz-Angst hindert uns am Fliegen. Man muss nicht die Angst vor dem Fliegen überwinden um frei zu sein, sondern Platzen wollen lernen. Die Wollust vernichtet die Zeit, das Platzen befreit in den Leib hinein. Die Wollust versetzt den Leib in die TraumZeit, da kann er an beliebiger Stelle ein beliebiges Dasein wieder haben. Der Traum kennt keine Zeit, sondern in ihm ist ein Leib auf dem Sprung. Was dem Wachen bleibt ist eine Ahnung der Wahrheit im Selbstbewusstsein. Wer das nicht weiß und überwinden kann, leidet daran. Der Glaube beruft sich auf das Selbstbewusstsein und ist nur das Leid der Unwissenden, reine Dummheit. Das Hirn hält Glauben nicht aus. Der Glaube verweigert die Einsicht in den Leib. Das Schaf will gefangen sein in seiner Zeit und gründlich geschoren. Auch der Hirt ist gefangen, will unter Schafen sein. Ich will nur für mich sein, ein Wanderer durch Raum und Zeit, einzig und allein.

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