Menschen ohne Mitleid, teilen sich
sprachlich auch nicht gern mit. Sie bleiben gelassen zu jeder Zeit.
Sie sind einfach nicht diskussionsbereit. Sie verhandeln nur mit sich
im eingebildeten Dialog mit höchster Geschwindigkeit. Nur
gelegentlich lassen sich die mitleidlosen Menschen des grenzenlosen Verstandes auch herab zu einer Unterredung, Rede mit Menschen unter
sich. Sie reden aber dabei nicht mit - den andern -, sie
inszenieren ein Gespräch, sie inszenieren sich in der Rede der
anderen mit. Sie erzeugen die anderen redend unter sich. Theater- und Buchstabenmensch bin ich. Die Menschen
reden heute doch wie sie Sachen konsumieren, Worte sind ihnen nur Grund
leeren Wünschens, Waren. Dieses Reden ist mir Zeitvergeudung, (schön) blöder Luxus
vergleichbar auch Urlaub und Freizeit. Der Mensch ohne Mitleid genießt
alle Zeit und schlägt sie nicht tot. Der letzte Mensch im Heil-Land
des Wohlstands ist ein Totschläger der Zeit, er lebt im goldgelben
Nichts, auf das die WarenProduktion alleine hinausläuft. Menschen in
gläubiger Sicherheit sind Totschläger der Zeit. Sie glauben an ein
Jenseits und die Wiedergeburt. Für mich ist die Zeit notwendige
Ursache meiner Leiblichkeit, Lebendigkeit. Höchste Wollustigkeit ist
maximaler Raum in kürzester Zeit. Punkt. Der Punkt ist aber auch ein
Zeichen der maximalen Zeitverschwendung. Die Zeitvergeudung des
Redens bringt den Leib auf den Punkt, seinen Anfang am Ende. Da
stehen sich gegenüber der Schriftkörper der Rede und der Leib einer
ZwischenZeit. Die ZwischenZeit ist mir TraumZeit. Dafür habe ich
zwar die Sprache, allein mir fehlen die deutlichen Worte. Worte
wollen Bewusstsein, sie wehren sich gegen mich. Das Schweigen und die
stumme Schrift ersetzen mir die Wollust eines Sprechens in
Bewusstlosigkeit. Also rede ich in euren Zeichen nicht mit. Mitleid
ist eingebildete Arbeit ohne leibliches Leid. Logik ist mir ein schnelles, schnell mich anwiderndes Hinwerfen fremder Zeichen. Ich verachte die
Zeichen fremden Leids, die euch notwendig scheinen und die ihr logisch
heißt. Mitleid treibt mir keinen Sand in die Augen, dafür fehlt mir
die Zeit. Was euch eure Tränen sind ist mir nur der Lustschaum. Ihr
lebt im Überfluss und euer überflüssiges Ende ist mir ein
leibrichtender Lusterguss. Ihr lebt leicht und träumt leicht. Mein Traum ist schwer, mein Leben noch mehr. Ich bin mir leibliche Schwerkraft und ich beherrsche Raum und Zeit.
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