Vom Satz-Bau des Leibes
Der Mensch hat einen geöffneten Leib. Darum lernt er. Dem Leib kann man die Welt nur erinnern. Lernen aber ist eine Erinnerungsstörung. Das Gedächtnis ist ein ErinnerungsFehlen. Das ist die Erbsünde der Menschheit. Das ist eine schmerzhafte Wirkung des Geistes, der den Leib mit Wissen beschriftet. Das Wissen erzeugt das Subjekt. Das Subjekt ist der schmerzhaften Erfahrung der Äußerungen der Welt unterworfen. Die Welt äußert sich in der Ware und das Subjekt wird an den Anfang des Satzes gestellt. Zwischen Ich und Geist wird der Körper zerrissen. Der Riss wird gedeckelt mit Schönheit.
Das möchte ich wieder sein: uranfängliches Erinnern in Bewusstlosigkeit: die Welt ein Traum und ich in ihr oneiroid, gedicht in höchst kurzer Zeit.
Wird das Prädikat umgedreht und in die andere Richtung gedacht, vergeht die Schönheit und wird aus der Begierde das rein wollüstige Sein.
Begierde ist in unserer Vorstellung der Wollust angenähert. Begierde ist der sinnlose Versuch einer Verdichtung von Wunsch und Wollust. Das geht nur im Begriff, nicht in Wirklichkeit. Darum ist das Prädikat eine Lüge und die Erlösung führt uns ins Jenseits so wie die Liebe zum vergewaltigten weiblichen Leib. Die Vergewaltigung ist der Grund der falschen Satzstellung: Subjekt des Willens - Prädikat der Schönheit - Objekt des an der Fehlstellung leidenden Leibs.
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