Freitag, 9. Oktober 2015

Liebe

Was ist Liebe? Was ist denn das Wesen des Wunsches? Sein Untergang in der Erfüllung. Sein Wesen ist die Enttäuschung. Der Wunsch hat in der Liebe seine Erfüllung. Scheinbar gehen in der Liebe auch alle Wünsche unter. Verliebt glaubt man sich wunschlos glücklich. Man lebt im Schein des Glaubens. Man  i s t  darin glücklich. Die Liebe ist das Wunschprinzip und die Kraft, die Wunsch für Wunsch wieder erzeugt. Liebe zeugt Träne um Träne. Wo aber ist der Wunsch angesiedelt? Da wo auch das Bewusstsein seinen Sitz hat. Er ist außer uns. Wunsch ergibt sich aus einem Zwang, der Waren zusammenbaut und sie verhandelt.

Ursprünglich hat der Leib eine Not, das ist eine überschüssige Kraft, die Zeichen zeugen kann. Die Not ist eine der Natur.

Wenn die Zeichen sich selbst zeugen, in Warenproduktion und -handel, dann ist die Not eine materielle und der Zwang außen.

Es ist vollkommen falsch, die Zwangskrankheit und ihre Gründe im Innern des Leibes zu suchen. Der Zwang ist außen. Außer uns nur kann er beliebig im Inhalt sein.

Der Leib hat nur seine Not als treibende Kraft. Die Liebe aber hat die Notwendigkeit, den äußeren Zwang, der sachlich begründet ist, sich zwischen Waren bewegt, den es in der Produktion umtreibt und der insofern zufällig zu sein scheint. Zufall ist nur die unbegriffene Äußerlichkeit.

Zufall ist simple Äußerlichkeit. Zufall ist der Wunsch nach einem höheren Sinn in sprachlichen Äußerungen. 'Liebe' ist ein Sprachunfall, das Ergebnis der Verkrüppelung der Sprache in der Schrift. Schrift ist Sprachverkrüppelung und hebt sich selbst auf, im Wortsinn geht die Schrift unter.

Am Wortsinn scheitert das Schreiben. Sinn ergibt sich aus dem künstlichen Gegensatz der Begriffe, aus der Notwendigkeit des Produktionsprozesses. Sinn erhält sich im Zufall und endet in Gedankenlosigkeit.

Zusammenfassung:

Liebe ist also ein gedankenloser Unfall mit Sachschaden, sie macht blind, zufällig trifft sie einen und ist immer unerfüllbarer letzter Wunsch.

Liebe, oh Wunder!, macht höchst einsam.

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