Donnerstag, 1. Oktober 2015

Leibliche Notwendigkeit

Ich bin mein Leib und seine Organe, die dazu gehörenden Affekte, Sinne und ihre Entsprechungen im Gehirn. Das Großhirn oder der Geist ist uns weit unter. Den dummen Gläubigen ist ihr Geist über und ihr Leib ist ihnen krank und die Sinne vermitteln ihnen einen Lügensinn in den Dingen. Der Lügensinn ist ihr 'Bewusstsein'. Das Bewusstsein lässt sich steigern bis zur Bewusstlosigkeit, das Nichts. Und das große Leuchten, das sie 'Erleuchtung' nennen, ist der Moment, in dem ihre Birne durchbrennt. Ich hab kein Bewusstsein. Ich hab nur die Sinne und der Leib ist ihr Selbst. Mein Geist ist keine Leuchte. Ich habe Augen und die tragen der Sonne Licht mir ins Herz hinein. Mein Geist ist ein Helferlein, eine Projektionsfläche, ein simples Netz gespannt unter eine regellose Wirklichkeit. Die Natur kennt weder Regel noch Gebot. Was der Mensch 'Gesetz' nennt ist nur eine Projektions der leiblichen Not in eine Welt, die uns unvorstellbar unbestimmt ist. Nur ein Schwachkopf glaubt an Bestimmung und göttliches Gebot. Und die priesterliche Idiotie predigt uns eine innere Not und ein Verlangen nach Nötigung. Das gibt es alles nicht. Die Not ist äußerlich und in uns sind wir des Lebens Notwendigkeit. Der Wille ist nur eine Bremse, die die Nötigung durch den Geist rechtfertigen soll. Das ist der Zauber, den der Idiot für den Schwachkopf hat. Der Geist kann ein trickreicher Zauberer sein, ein Spiegel der Einsicht: dieser Text, wenn er uns gefangen hält. Man muss das Schreiben sein lassen können, wenn die Freiheit des Leibes erreicht ist.

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