Samstag, 10. Oktober 2015

Rechners Traum

Ein Rechner zählt und fängt an, von käuflichen Schäfchen zu träumen.

Was wir 'Bewusstsein' nennen, ist dem Rechner 'Traum'. Unser Sein in Waren und Zeichen ist eine Annäherung an den Traum eines Rechners. Die Realität ist ausgerechnet ein Traum, der veräußert ist. Die Wirklichkeit ist ein anderer Traum. Das ist der Unterschied zwischen Blatt und Blüte.

Der Mensch fängt mit der Blüte an, verkommt zur Nützlichkeit, entartet, verwandelt Nahrung endlich in Geldschein. Erst ist das Herz da und dann der MißVerstand. Erst kommt die TraumZeit und dann der Wunsch, der sich nur in immer neuen Wünschen erfüllt.

In der Realität kommt man nicht weit. Das Bewusstsein bremst die Geschwindigkeit, mit der wir uns bewegen. Erleuchtung ist Krampf, Starre, Stillstand. Ein Widerspruch in sich ist die Bewusstseins-Erweiterung. Bewusstsein ist Waren-Verdichtung bis zur WirtschaftsKrise. Waren verdichten sich im Geldschein: das ist die Realität als Traum eines Rechners.

Wir haben Angst vor dem Alptraum und der Wirklichkeit. Beides ist schwer. Das ist der schwere Traum, der entsteht, wenn ein Leib richtig im andern vergeht. Wenn die Wirklichkeit eindringen will in den Text, wird er rätselhaft uns fremd und dunkel. Meine Träume sind niemals klar, sondern wirklich und sinnlich. Sinn möchte Sinnlichkeit wieder sein. Weil wir zerrissen sind, bricht unser Hass den Leib und wir nennen seine Äußerungen: 'Bosheiten'. Wir haben FlugAngst. Wir haben Angst vor jener Wollust, bei der der Leib die ganze Welt widerzuspiegeln scheint. Die Wollust ist der Rausch im Vordergrund der Welt, der uns alles, was war, ist und sein wird, erhellt. Ich bin, nicht zwischen fremden Dingen gefangen. Ich bin kein bewusstes Sein. Ich bin im Rausch der Wirklichkeit.

Nie noch jedoch fand ich außer mir diesen Leib, der sich mit seiner Fülle das Leichteste an-hebt und das Schwerste R trägt. Nie noch fand ich die alles einende Ewigkeit und gemeinsame Träume von Gewicht ohne Raum ohne Zeit. Zum Sehen braucht man nicht notwendig Licht. Licht ist wie Geldschein, Farbe ohne Grund, alle Werbung, ist ohne Wahrheit und Wirklichkeit. Licht macht mich einsam.

Wohin treibt mich mein Verlangen bisweilen?: aus dem Hause treibt es mich fort. Ich hab eine Sehnsucht, die treibt mich ab, und zu - mir heraus.

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