Sonntag, 11. Oktober 2015

Die 120 Tage

da steht: fresst die Kinder der Reichen. Sind das nicht die Zinsen des Kapitals. Ein BuchGruß des 18. ins 21. Jahrhundert. Wenn die Erde den Menschen nicht mehr tragen kann und die Grenzen fallen, Mensch Mensch fressen muss, dann sind zuerst die netten Fetten Arschloch-Kinder der Reichen dran. Warenhandel, Geld als versteckter entstellter verschobener entwendeter Wert der Arbeit, funktioniert nicht mehr, wenn die Arbeiter die Grenzen überschreiten. Die 120 Tage von Sodom sind mit Blick auf die Opfer reiner Tatsachenbericht. Der Bürger sieht nur die Übertreibung: der böse Witz an der Sache ist zweierlei: der symbolische Gehalt, die schamlose Übertreibung und der darin verborgene ErlöserLeib des Autors. Wie auf Dürers Bild ist der Hunger, der kommt in den Armen identisch mit der Gier der Reichen, die auch vor sich selbst nicht Halt macht. Der Mehrwert will mehr als jeder Wert sein. Die Zinsen fressen das Kapital. Faulheit ist Schönheit. Werbung will das Wesen der Waren sein. Die einfache kleine Abtreibung führt zu Bescheidenheit, die grenzenlose Fortpflanzung aber zu gefährlichem Überfluss und gewaltigem Leid. Das ist der große Drache 'Abtreibung': die Ausbeutung der Masse der Menschen durch Mehrung der Armut sowohl als auch der Zahl der armen Leiber bringt der gesamten Menschlichkeit den Untergang. Da kommen noch andere Drachen, denen das vereinfachte Menschlein nicht gewachsen ist, neue Reiche, die wir nicht begreifen. In der linken unteren Ecke befindet sich einer. Und auch ich bin einer, Unmensch ohne Mitleid. Mein Mensch ist nur Zeichen und ich bin keiner.

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