Freud schreibt die Mythen um, um sich das Patriarchat in einer eigenen kleinen Welt zu erzeugen. Dann richtet er die Patienten hin an ein altes System im Interesse des gegenwärtigen vom Widerspruch einer Herrschaft des Kapitals in sich geschwächten, gesamtgesellschaftlichen, alles gleichmachenden Produktions-Apparates. Die Widersprüche schreibt Guy Debord nieder und weist schon mit der Beschreibung das menschliche Bewusstsein in Schranken, für die man die Umwege Freuds über die Griechen hin zum Orient nicht braucht. 'Paranoia' und 'Schizophrenie', 'Zwangsneurose' und 'Histerie' sind Begriffswerkzeuge, mit denen Menschen gefoltert werden und im 'Heilungsprozess' hingerichtet werden an das völlig leibwidrige gesellschaftliche Umfeld. Ein gesunder Leib braucht kein Heil. Und alle kranken idealistischen Systeme verlangen irgendwann einen Gift-Anschlag auf alles was gesund ist und richtig denken kann. Für die Lobotomie, Zwangsbekehrung zum Glauben an das freiheitlich-demokratische Heil, sorgt heute die Chemie. Viele Affekte, die wir uns selbst zurechnen, sind Beziehungskräfte zwischen Objekten. Das sind dann die Affekte, die der Bürger auf seine Bühnen stellt und als traumhaft und heilig sich zuschreibt und damit unangreifbar machen will. Mit einer simplen Beschreibung von Produktions-Zusammenhängen löst Debord den Knoten auf, durch den Freud mit seinen 'Analysen' den Patienten an die Krankheit erst bindet. Freud macht die Krankheit erträglich und Debord das System unerträglich zum Vorteil leiblicher Gesundheit. Was mir fehlt bei Debord, ist das Spektakel des Körpers und der Seele als Grund einer Krankheit, die dem Leib in der Welt des menschlichen Schöpfungsprozess durch die äußere Perversion aller Produkte leiblicher, geistiger Arbeit von Ware, Zahl und Geldwert im Kapitalismus angegtan werden. Das Theater muss wieder vom Leib handeln und nicht von Intrige und Liebe. Mit der Lektüre von Debord ist man automatisch bei sich und hat plötzlich Feinde, die zwar schwachsinnig, aber verdreht hinterhältig und höchst gefährlich, weil krank an Seele und Leib, sind. Der Gesunde ist dem kranken Bewusstsein nicht nur giftiger Neid, sondern purer selbstzerstörerischer Hass. Der geistige Gesunde muss immer den Gift-Mord gläubiger Idealisten fürchten*. Fleischlich ist die Liebe, die alle Schuld wieder tragen kann und das Unrecht der 'wahren' Liebe dem Einzigen eine tödliche Wunde. Also sprach Zarathustra 'Vom Biss der Natter'.
*oder auch nicht, denn die Kirchenmänner sind heute so schwach, dass sie noch nicht einmal mehr ihre auf unsere Kleinsten gerichteten Fantasien heimlich auszuleben vermögen. Und die weltweit agierenden agierenden eingebildeten Eliten sind so hilflos dem eigenen Apparaten gegenüber. Je größer der Apparat, desto schwächer der von ihm benutzte Geist. Soll man denn Schwindsüchtige und Schwachsinnige fürchten?
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