Freitag, 23. Dezember 2016

Love bites

442
Träume kommen bisweilen plötzlich
und mit so grausamer Deutlichkeit daher,
dass der Verstand dem Riss weicht,
der beide von der Wirklichkeit scheidet.

Die Kluft, die darin uns sich auftut,
füllt schnell hohles Hoffen mit Dankbarkeit
der aus der Wunde Schmerz Verhängnis
voll Heil uns ergebenes Glück erwächst.

Träume der Wollust, die einem das Herz
zum Erguss aufreißen von Blut über Fluss
und Feuer des Lebens gehen an Angst,
am Schmerz vorbei zu Hohn, Narretei.

Elend macht uns wach, innen schwach,
große Sehnsucht uns breit und weit
draußen steht Not die Verzweiflung bei,
mit Leid uns als Wahrheit zu: Liebe beißt.




Gedichte sind halt dicht und verzahnt,
Aphorismen etwas mehr schon entfaltet,
Abhandlungen purer Quark, zahnlos, veraltet
Gedichte kommen schwer zur Welt,
sind Sprachgeburten aus Wortleibern,
Aphorismen sind übersetzte Einfälle,
Abwehr von Missbrauch und Gewalt,
Abhandlung ist Fremd-Arbeit für Geld,
langweilig, Füllstoff, der bloß satt macht

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