Wieso braucht jeder Führer einen
Stellvertreter?
Warum braucht die Unschuld eine Haut,
die sie doch nie zeigt.
Warum braucht das ewige Weiß des
Papiers den pünktlichen Fliegenschiss?
Warum braucht die Seifenblase als Halt
den Stich?
Warum braucht der lose Sinn die
tätliche Bestätigung?
Warum braucht ein Autor einen Leser?
Wieso will ein Leben vom Ende her
seinen Grund?
Jetzt fragt sich einer vielleicht was
'tätlich' ist. Was weiß ich!
Vielleicht will ich ausgestoßen sein,
abgetrieben weit weg von jeder Idee dazu.
Ich will davongelassen sein, jenseits
von frei. Ich will nicht mehr tätlich sein.
Täglich, tödlich, Tat, Arbeit,
Langeweile, Tätlichkeit, Freizeit, ehelicher Verkehr, Liebe
Ernährung, Sättigung, Ausscheidung,
Schlaf, springender Brunnen, Lied der Nacht.
Worte, die uns Leuchten sinnlos
scheinen, Mondsucht, leise Helle, die schamlos macht, singende Liebe,
Lied dichter Nacht an alle wachenden Deuter:
„Bin nur Klangbild,
dunkler Nachhall
eines leisen Lauts,
tiefer Trauersee,
verfloss'ne Tränen
der Vergangenheit
schon immer angetraut.
Welt im Wahn
wird mir zu Stöhnen,
Gähnen, Gähnen.
Eins tut not mir, Ruh' -
immer Ruh' in mir.
Not tut mir jetzt eins:
meine Ruh' vor dir.“
Man muss beim Schreiben unbedingt immer
dem Sinn vorauseilen bis einen im tiefsten ewigen Schlaf die unsinnigste sprachlose Sinnlichkeit ereilt.
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