Samstag, 24. Dezember 2016

Sintflut

Wie kann, wo alles äußerer Zwang ist und der Mythos des inneren sich auflöst, wie kann unter der Gewalt der Bilderflut, die eine Welt in Waren mit sich bringt, der Mensch sich noch zur Arbeit aufraffen? Wir müssen die Welt auf den Kopf stellen und dann von unten anfangen beim verdorbenen Wort, das ein Geschlecht nicht kennt. Wir müssen aus der Geschlechtslosigkeit wieder zur eigenen Sprache finden. Wir müssen mit ihr dann zum Leib zurück, weit vor den Bildersturm des Patriarchats und unsere Hölle und Schädel-Höhle konsumierender Idiotie und die Schmarotzerphilosophie verlassen. Wir müssen erst das andere Geschlecht an uns entwickeln und anschließend von uns weisen. Heloisa war Abelards anderes Geschlecht, Schreber hat es leiblich an sich in der Anstalt bewundert und überkreuz an den Knöpfen gedreht. Kaum waren die Eier weg, sind Abelard wie Schreber also Titten gewachsen und eine Ahnung der Unendlichkeit - weiblicher Wollust. Wir können heute von uns weisen, was gestern Liebes- und Geisteskrankheit war. Was uns aber immer noch fehlt für die große Wiederauferstehung des Leibes, dessen Scheitern sich seit zwei Jahrtausenden ‚Christentum‘ nennt, ist der Hunger, ein großer Widerstand und der die Einheit der Welt der Waren unter der schrecklich simplen EngelsSprache der Arbeitsmitteilung vernichtende schwarze Tod.

Der Islam, übrigens, ist ein windiger Aufstand gegen das Scheitern der an Waren Reichen: nützlicher Parasit, der bald seines Wirts Los teilen wird. Da werden die engelisch oder himmelisch Fabulierenden alle Trauer in die Pfanne hauen um das eigene Fleisch und aus Tintentöpfchen sich des Lebens rührendes Elend nehmen. Ja, das gibt den Unterschied und die Einheit von Mann und Weib: geschieden müssen sie sein, dann kann Fleisch werden zu Fleisch und die Arbeit mit Brot da ran. Der Mensch vergeht sich mit Brot am Fleisch: das ist sowohl eine sehr alte Geschichte also auch der unheimliche Sinn der Verwandlung in der Eucharistie. Das ist 'Die Verwandlung': eine vorgeschichtliche Wahrheit: Die Menschheit überlebt mit der Übertragung der Abtreibung auf den Mann. Dem aufrechten Gang der Frau folgt die Kastration des Mannes durch die Arbeit.

Die Beschneidung ist also was?-: Sie ist Schnauze voran ein Zeichen des Bundes von urmenschlichem Hundsmann und Arschloch (am Weib). Was ist aus dem Arschloch, aus 'hava' geworden? oder vielmehr gekrochen?: unser Führer, die allerhöchste männliche Gottheit, das Herrchen ohne Eier, vielleicht der Monorch. Wie hat das göttliche Stück Dreck als Wahrheit am Arsch diese Übertragung geschafft?: die Übertragung der Liebe und der Penis hängen am Glauben. Die Natur hat den Mann beschissen und die Wahrheit in der Beschneidung verkleinert? vom Symbol zur Metapher verfeinert? Der Schwanz des Mannes ist nicht wirklich da: beim Geschlechtsakt verkümmert er in Langeweile und bei der Wollust außerhalb in der Wildnis allein ist er bescheidene Wirklichkeit, die gegen eine Bilderflut anarbeitet. Als Zeichen der erinnerten Wirklichkeit aber steht er ihm ab.

Dem Mann ist alles in Schleierhaft oder Fetisch in der Warenwelt und dem Weib einerlei wie schon alle Zeit ist alles nur Gelegenheit Nebenbei Schmuck auf dem Sprung nach allen Seiten.

War die Sintflut immer schon Bilderflut? Was weiß ich. Was geht mich der Beschiss der Metaphern an.

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