Mittwoch, 4. Januar 2017

Wollust und Lust

Es gibt den zur tollen Wollust getriebenen Leib und die dumme Lust mit der Kastration durch die geteilte Arbeit.

Es gibt die ganze Arbeit, die den Leib in sich wieder verdichtet und es gibt die geteilte Arbeit, die den Leib quält mit Gott und Geist und ihn mit sich zerreißt.

Es gibt den geschlechtlich gespaltenen Leib, das urmenschliche Sein, das die weibliche Spalte noch oben stellt und beide Geschlechter unter ihr fasst.

Es gibt den von außen her in der Welt der Zeichen zerrissenen Leib, die ihren Unter zum Oberen macht und im Reich verhüllender Macht die Spalte zum verjungferten Punkt sich erinnert.

Es gibt die koitale Langeweile, die nur Chaos gebiert und Verzweiflung.

Es gibt die wollüstige Freude, die uns mit dunklem Verlangen erfüllt, die Knochen der Rührung schält aus dem Fleisch und unser Blut in schwarzem Eislauf gerinnen lässt. Die Wollust ist eine Gabe, die Dreck in Form bringt und zum harten Geschenk der Liebe brennt. Die Wollust ist höchste Schöpfungskraft.

Gott ist ein Dieb, der uns die Wollust stiehlt und sie uns als Scheinkraft wieder verkauft, als englische Lust auf der HimmelsBühne uns vorspielt. Gott ist ein Schausteller, dem wir den Betrug mit ewigem Rausch und besinnungslos schnellem Dahinscheiden zahlen. Gott hat uns die ewige Jugend gestohlen. Ist Eishonig wirklich unser Heil?

Was faltet uns in Raum und Zeit und was spannt uns hin über die Gegenwart? Was hält uns Jung? Die zarte Keule vielleicht? Was gibt uns Tiefe, Freud? Die Lust an der Scheiße? Die Stolper-Falle knapp hinter der Scheide vielleicht?

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