Dienstag, 17. Januar 2017

Im Bild

Filmemacher setzen entweder uns oder sich ins Bild. Im ersten Fall machen sie Werbung für ein Produkt oder das ganze System und sind dreiste Lügner, enttäuschte Helden des Alltags, mit denen man sich ganz und gar in der Tat und nach der Absicht, der Warenentstellung und -inhaltsfälschung identifizieren kann. Im zweiten Fall kann man ihre Filme kaum verstehen, man ist dann vom Unsinn überrumpelt selbst gedankenlos, ratlos, erstaunt, mitleidig erregt und gespielt schockiert bis man endlich den Mangel der Bilder als eigenen Unverstand akzeptiert, den enttäuschenden Herrn der Geheimnis-Produktion als Meister des Mythos der Langeweile zum Zeitvertreib betrachtet und höchst sinnlos sich darüber amüsiert.

Wir sind da mitten in der Leblosigkeit vom leeren Bild umfangen - wie Nietzsche von Overbeck verraten.

Auch jede angeblichen Objektivität ist nur gekauft. Und kostenlose Kommentare reihen sich nur beliebig in sämtliche Richtungen auseinander.

Die 'Objektivität' kostet uns in der verteuerten Ware zusätzlich Arbeit und Leben. Und die Kommentare kosten uns alle Nerven und jede Widerstandskraft.

Lesen kostet lediglich Überwindung, erzeugt leibliche Ruhe durch Konzentration, erregt die Seele, hilft, den Betrug am Leben zu verarbeiten.

Das ist ein gutes Drehbuch, das dem Bild nur nachgeschoben ist, das vielleicht sogar nach der Fertigstellung als Erklärung der Welt ohne irgendeinen Grund verschwindet. Ist das Bild weg, geht auch der Urheber der im Bild steckt oder als Persönchen hinter dem Text.

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