Die Veräußerung der Oberfläche des
Körpers an die Welt der Zeichen, Waren-, Maschinenwelt erst erzeugt
Autorität. Das Subjekt der Zeichen (geschichtlich zuerst der Mann)
hat als Autorität selbst Zeichencharakter. Der Leib unter der
Oberfläche musste dazu verfremdet werden. Verfremdet oder
verheimlicht ist er gegenüber der Oberfläche doppelt entstellt.
Alle menschlichen Organe haben eine Funktion, die sie veräußert.
Diese Funktionen müssen in der Welt draußen verkehrt, gedreht und
gegen das leibliche Innere wieder gewendet werden. So entsteht unser
'Unbewusstes'. Nach dieser einen Drehung und Wendung hat der Leib
plötzlich die äußere Not bei sich und produziert die sinnlosen
Wünsche des Heils. Jeder Wunsch ist ein Zeugnis der autoritären
Pest mit ihrer leiblichen Krankheit.
In dem Augenblick, wo das Fleisch unter
dem autoritären Schein der Wissenschaft sachlich als Körper
betrachtet werden darf, kann der Leib unter der Sachlichkeit
unheimlich lebendig werden. Da endet die Verheimlichung und die
Verfremdung kann aufgehoben werden.
Wir sind soweit, dass die Ware unter
dem Lack der Schönheit tatsächlich sich in Scheiße verwandelt.
Wenn man den geschmacklosen Lack erkennen und beseitigen will muss
man vielleicht tatsächlich erst einmal bewusst sich zur Scheiße
bekennen. Wer einmal Scheiße gefressen hat, dem stinkt alle
Schönheit und seine Organe fangen wieder zu leben an.
Die Oberfläche der Welt muss durch die
Werkzeuge des Leibes organisch werden. Und der Mensch darf nicht
länger Subjekt der Werkzeuge sein, die ihm gewaltsam widersprechen.
Ein Werkzeug ausschließlich im Widerspruch zum Leib nennt man Waffe.
Kann man diese Revolution des
Autoritären, Zeichenhaften, Gewalttätigen hin zum widernatürlich
menschlichen Leib erzwingen? Nein, die Menschenmasse selbst muss die
Not erzeugen, die das widernatürlich Menschliche uranfänglich
erzeugt hat. Menschen müssen vielleicht erst Menschen sicher aber halt Scheiße
fressen.
Das was wir heute als 'natürlich' auf
uns beziehen ist die äußerste Veräußerlichung unserer Oberfläche
und die Verewigung der leibwidriger Lüge in Gesetz. Leibliche
Bedürfnisse werden schriftlicher Wunsch, der künstlich befriedigt
werden darf und muss. Da wird der Mensch endlich mit dem Notwendigen
zwangsgefüttert. Diese Notwendigkeit enthebt das Gesetz jeder
Verpflichtung zum Sinn, und da blättert der Lack, das Gesetz wird
zum losen Heft, das durch den Schmutz, der an ihm klebt, dem Leib
wieder anhaften kann.
Vielleicht hat der Mensch heute zum
erstenmal unterhaupt diesen unheimlich lebendigen Leib und zweifellos ist
das, was wir jetzt noch 'Perversion' nennen, der Anfang der
Revolution.
Das Leibliche will an die Macht.
Da helfen keine Grenzen und
Beschränkungen mehr. Natürlich ist der Widerstand der langsam
absterbenden Oberfläche mächtig. Grenzen sind absolut erforderlich,
denn das System muss zum Platzen gebracht werden für den totalen Sieg
des Leiblichen und die endgültige Vernichtung des Scheinbaren.
Was ist Würde? Doch nichts als der
höchste Schein göttlicher Heiligkeit. Die Würde, festgeschrieben
im Gesetz, reiner Begriff ohne Inhalt, der auffliegende Stolz, den
nicht einmal mehr die Falschheit am Boden hält, ist der letzte Halt
der Autoriät. Würde und Schönheit in der Werbung sind einerlei und
ohne bestimmten Gehalt. Unbestimmt sind nur Asche und Scheiße. Asche gehört zum verbrannten Leib und Scheiße ist das, was vom Leben übrig bliebt. Die große Würde
macht endlich den falschen Körper zum Drecksack kurz vorm Platzen.
Eure Grenzen zieht hoch, wie die Hosen vor der Not, sie werden
nicht fallen, sondern vom Dreck überschwemmt.
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