Samstag, 14. Januar 2017

Lust und Wollust

Schuld pflanzt lustig sich fort. Die Lust beim Verkehr gehört der reulosen Ware.

Die harten Fakten dringen in uns ein und führen zur Hirnerweichung. Zum Waren-Wissen gehört eine objektive Treulosigkeit.

Die Ehe ist das Bewusstsein, das in der Fortpflanzung ständig versagt. Das Bewusstsein hat eine lange Weile. Der Mensch pflanzt sich fort, ehe es versagt.

Die Unschuld bleibt jungfräulich in sich daheim und für sich allein.

Die Wollust ist ein Erlöser. Sie kommt aus der Unschuld her aus zum Leib.

Der Körper überlebt, weil der lebendige Leib immer der Gewalt unsichtbar bleibt.

Der lebendige Leib bringt hinterrücks eine kleine Liebe zum Leben.

Gewalt hält Körper und Geist zusammen. Der Konsum nimmt sie wieder auseinander. Da ist kein Spielraum für eine Kreuzigung.

Der Konsum belebt den Geist, dessen Macht und Gewalt vertreibt uns die Zeit.

Wir entschuldigen uns für Ware, Wunsch und Freizeit mit Arbeit.

Der Erlöser hängt am Kreuz eines Weibs und entschuldigt sich dafür - nicht.

Der Berg unterm Kreuz ist ziemlich deutlich geteilt - und nicht erst durch das Beben, das kommt, wenn wir uns der himmlischen Wollust mit Leib und Seele ganz ergeben.

Die Wollust ist ein Wanderer auf der Suche nach Lust. Sie findet immer nur sich, aber die Entschuldigung nicht.

Für die leere Lust des Konsums muss man zahlen mit dem Bluterguss vorn und dem Darmriss im Nachhinein. Wir alle sind für sie reichlich geschändete Kinderlein.

Erbsünde, Schuld gibt andern die Schulden und behält den Reichtum für sich.

Bei der Umschuldung wird Last wieder Schuld und Macht lustig weiter.

Man nimmt Schulden auf bis zum Waren-Rausch und epileptischen Anfall (Dostojewski).

Die Epilepsie ist der Gegenpol der wahren Lust.

Die wahre Lust ist die tiefe, tiefe, in der finsteren Tiefe triefende Wollust.

Leichte Lust ist nur Soll-Lust. Die unendliche Lust ist unbezahlbar und - leider immer noch leicht.

Dem Leichtsinn fehlt meist die Sinnlichkeit.

Bei der Revolution überschreitet das Soll jede Lust am Haben und --- wird Woll-Lust.

Unschuld hat die Wolle am Leib, die Woll-Lust das Wollen an sich.

Wer die Schnauze noch nicht voll hat von der Wahrheit, der schluckt noch und er bricht - nicht gemeinsam mit dem Partner / der Partner / in / sich. Die Schrift wehrt sich gegen mich.

Die weibliche Ejakulation ist uralt und flüchtig wie der Samen der Blüten im Pflanzenreich.

Die männliche Ejakulation kotzt sich in jungen Jahren - nicht nur der Menschheit - auf faulen Früchtchen aus.

Die eheliche Gemeinschaft ist langweilig und macht einsam. Die Wollust aber will geschieden sein und kommt dann wie nebenbei her uns gemeinsam, grundlos und nur so - einzig und allein.

Die Wollust ist ein Laster, der Schuld und Schulden gerne trägt und immer fort fährt damit.

Sprüche sind wie Pfeile und wenn der Laster voll ist damit, holen wir uns einen … anderen … wenden einfach und drehen uns gegen den Sinn am spitzen Zeiger.

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