Dienstag, 17. Januar 2017

Das Zeichen (Zarathustra IV und Ende der Geschichte)

Vor der großen Not kommt noch das falsche Mitleid, das den bösen göttlichen Geist vor dem ErlöserLeib retten soll. Im Geist des Mitleids geschehen die abscheulichsten Verbrechen. Wenn der Leib sich von die letzten Sünde befreit hat, beginnt die langanhaltende tiefe Traurigkeit. Die Wollust ist eine Folge der großen Not, des Hungers. Zur Wollust wiederum gehört die lebenserhaltende Trauerarbeit.

Im Geiste und in den Tauben wird die magere Lust der Wünsche ins Tierreich zurück verwiesen. Am menschlichen Leib und Leben wird mit dem Griff in die volle Wolle des Löwen das Tier mit der großartigen menschlichen Wollust überwunden. Der Mensch weist also die Lust der Fortpflanzung von sich und überwindet das Tier in sich mit der einzig-artigen nur sich selbst befriedigenden menschlichen FleischesLust. Das Tier der Offenbarung ist Johannes selber im Bild eines blödsinnigen Halbgelehrten im Metaphernwahn: Metapher in der Metapher, daher die vielen rollenden Köpfe, wie bei jeder blutigen Revolution. Eifersucht ist die männliche Form der Wunschkrankheit 'Neid'. Die Hure Babylon ist das männliche Wunschleid in voll-lustiger Heimlichkeit.

Die Waren- und Wunschlust ist eine Rückkehr der viehischen Lust im Geist, wie der Produktionsapparat uns die Hierarchie des Herdentiers wiederbringt. Die Lust der Vermehrung wuchert nur und befriedigt nicht. Der Coitus ist einfach satt langweilig. Zur Warenproduktion gehört unser Mitleid als Totschläger. Das Mitleid ist ein Serienkiller und Massenmörder. Dafür kriegt man schon mal den Nobelpreis.

Die Wollust verleiht den Dingen einen Willen und verleitet uns zur schöperischen Arbeit. Schöpfung ist nochmal: Wollust in großartiger Trauerarbeit.

Mitleid ist eher unverschämte aufdringliche Zärtlichkeit als wirkliche Trauer, und die verlogene Liebe des Zauberers hat mit der ehrlichen Wollust nichts gemein. Die elende Wagnerei ist auf der Bühne dreckig und unter den Zuschauern nur ein Geschwür. Gute Nacht, Deutschland.

Der Notschrei der höheren Menschen ist ein Maschinengeräusch und eine Äußerung des Ungenügens der Produktion. Es ist auch der völlig überflüssige Schrei der Gebärenden. Der Schrei ist auch Schrebers Quietschen der Maschine, der Produktion, die geschmiert sein will und endlich die sich überschlagende Stimme des Führers beim 'Sieg Heil!'. Hörte ich jemals einen Hund so heulen? Ja! als ich - oder Louis Trenker - ein kleiner Bub war: - da hat der Schwanz mit Opa Hans gewackelt.

Was! Das versteht keiner? Wenn man alle Texte einfach nur liest und auf sich wirken lässt, ist man bei der Wahrheit in sich, es kommt die leibliche 'Einsicht', die weibliche Alleinsicht ... vielleicht.

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