Mittwoch, 26. Oktober 2016
Sinnsucht
Die Abstraktion
des Geschlechtlichen, absolute Trennung von Mann und Frau, ist in der
Herdenformation, schon im Tierreich also, angelegt. Die Hierarchie
der Herdenordnung setzt ein einzelnes Männchen an die Spitze der
sozialen Organisation und trennt die Nachgeordneten in Konkurrenten
und Partner. Die Untergeordneten sind dabei der Wollust beraubt. Diese
Dreiecksformation wird durch die große Wandlung hin zum Menschsein
zu einem vertikal-dualen Verhältnis mit vollkommen angelegter
Geschlechtertrennung. Die Frauen wandern nach oben im System und die
Männer bilden eine unter ihr stehende Gemeinschaft. Die Frau richtet
sich auf und geht auf zwei Beinen. Primäre Abtreibung ist der
Verschluss des Fortpflanzungsorgans, der sich daraus ergibt. Der Mann
bleibt zunächst vierbeinig. Die ursprüngliche Teilung der Männer
bleib erhalten und ist die Anlage der Mannes zur künftigen
Zweibeinigkeit. Vorn hat das neue Tier ‚Mann‘ den alten Führer
als geschlechtslosen Anteil des Leibs, zuständig auch weiterhin für
die Fortpflanzung. Hinten hat das Tier den Folger im Allgemeinen,
Arbeiter, und Erben der Wollust. Der viehische Raub wird zum
übermenschlichen Schatz. Im Schatz steckt sowohl die Erlösung im
abstrakten Ungenügen (der Sinnsucht mit ihrem unendlichen Begehren, religiöser Wahn)
als auch die Erlösung im absoluten leiblichen Untergang. Der Untergang
stellt auf männlicher Seite allein das Höchstmaß an Befriedigung
dar. Doch auch der weibliche Teil der Menschheit partizipiert am Schatz,
kompensiert die Bereicherung aber partiell wieder leiblich durch Vorbereitung auf die Empfängnis. Verbreiterung greift der Vermehrung vor. Da hat also die Begierde der Frau
eine Grenze und sie verzweifelt daher niemals am Sinn. o ist ein Loch in sprachlicher Wirklichkeit. mit dem ch taucht das Fleisch in die Sprache ein. Seid fruchtbar und mehret euch lautgedanklich bis die Schrift dem ein Ende setzt.
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