Sonntag, 10. Januar 2016

E/A

N ist ein Jünger des Z und sein Übersetzer ins 'Menschliche'. Beider Verdichtung gibt weniger ein Rad der Gedanken, als die Wahlmöglichkeit eines Ausdrucks der Wirklichkeit im Reich der schriftlichen Wahrheiten. Sie gibt jedem Leser eine Entscheidungshilfe, wobei die Wirklichkeit ungewiss bleibt. Wirklichkeit hat mit Wissen, Gewissen, Gewissheit nichts gemein. Am Ende muss N sich vom Haken 'Kreuz' wieder lösen. Man muss sich als N herauslesen aus dem Text, dann hat man vielleicht sich als Leib - zumindest eine Ahnung davon.

Gefühle werden klein und tauchen ins Reich des Wissens als Ahnungen ein. Eine schwache Ahnung der Gefühle hat das Potential, allen Geist zu beseitigen. Die Ahnung des Gefühls ist ein Vorbote siegreicher Leiblichkeit.

N vorn und N hinten, E/A, Anfang/Ende, Eingang/Ausgang, dazwischen ein Leib ohne Daseins-Recht im Reich der Zeichen, eine schrifliche Eselei. Setzt der digitale Unsinn also den Leib frei? Ja, im Widerspruch, der sich selbst aufhebt. Mit Sinn und Widerspruch hab ich unmittelbar nichts gemein.

Da ist der Meister vom Himmel gefallen und beginnt seinen irdischen Ursprung zu ahnen. So kommt der Anti-Christ zur Erde nieder, während die Lüge im Text, die 'Wahrheit' zum Himmel von Ruhm und Ewigkeit aufgefahren ist und dort einen sitzen hat zur Rechten und stinkt.

Bescheiden ist der Leib und braucht keinen Geist. Er ist darum dem Christen-Gesindel unerträglich.

Wille, Bewusstsein, Zufall, Gesetz, Sünde und Unschuld: damit glaubt man - ans Reich der Zeichen, der Waren, der Schrift. Wer glaubt, für den ist die Welt eine Werbeveranstaltung. Gläubige sind hirnlos, ihr Geist ist rein äußerlich und ihr Leben reines Schmarotzer-Dasein.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen