Samstag, 23. Januar 2016

Das ewige Leben

Immer bleibt das große Ganze sich gleich und ewig dauern die kleinen Momente darin. Die Gegenwart ist der Welt innerster Zusammenhalt. Der Raum bindet die Zeit. Jedes Naturgesetz ist ein unvollkommener Begriff, der die Bindung aufzuheben sucht. Die Naturgesetze widersprechen der Wirklichkeit. Die Wahrheit ist Gesetzwidrigkeit ohne Zeit.

Alle Gesetze sind falsch und müssen gebrochen werden: im Augenblick des Verbrechens entsteht die Wollust der Gegenwart, eine Ahnung unserer leiblichen Ewigkeit. Das ist Wahrheit: die Gesetzlosigkeit allein führt hin zur Wirklichkeit.

Ewig ist unser Leben auf Erden und im Paradies ist, wer das Glück des Augenblicks darin begreift.

Alle Gläubigen sind Gewalttäter, die für den Geist der Lüge sich gegen den Leib versündigen. Der Gesetzesbrecher aber weiß um den Himmel im Augenblick. Verbrechen ist Unordnung, Gewalt ist überzogene Ordnung. Gewalt geht über die Ordnung hinaus und erfährt dabei etwas von Lust und Leiblichkeit am Anfang der Ordnung: und sie folgt der Ordnung aufs Neue mit unerfüllbarer Sucht nach der Wirklichkeit. Gewalt will Wahrheit sein, geht immer weg von der Wirklichkeit und wächst mit der Ordnung.

Ewig ist die Unordnung, gesetzlos und gewaltlos. Ewig dauert das Leben der Glücklichen, leiblich Augenblicklichen. Das ist das Geheimnis des ewigen Lebens.

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