Wer den Dingen in der eigenen
Sprache schon auf den Grund gegangen ist und jenseits ihrer
Zeichenverhaftung geraten, kann aus dem Leib herausgewachsene Texte
fremder Zunge sich übersetzen. Die einfache Übersetzung ist aber noch nicht
wieder allgemein auch lesbar, sie muss vom Übersetzer einmal erst verdaut werden und in ganz
neuen eigenen Inhalten ausgeschieden erst ist sie wahrhaftig dem
fremden Ursprung entsprechend und lässt sich im fremden Sprachraum etwas weiter verbreiten. Der fremde Text ist am Ende
vergangenes Material, das der eigene Leib neu wiedergibt, er\bricht.
Diese ungewöhnlich neue Übersetzung aus sich ist Liebe zu fremdem Schreiben und
zugleich ganz originales eigenes. Den neuen Text verbindet mit dem
alten nicht sinngemäße Entsprechung und wörtliche Genauigkeit,
sondern der neue Text ist inhaltlich verwandelt vor allem ein Schlüssel, mit
dem der Übersetzer aus dem alten die Leiblichkeit herausdrehen zu
können meint.
Gute Texte sind weder breit noch verbreiten sie sich wesentlich weit. Sie werden massenhaft nie verstanden und entstehen im kleinen ihnen eigenen Kreis unerkannt fast, unsichtbar neu. Durch sie wandert der
Leib auf scharfem Grat durch die Zeit und zieht unser Geist hin am seidenen Faden durch alle Ewigkeit.
Wirkliche Texte gehen einem nicht aus dem Sinn, haben keinen, sind sinnlich ohne ihn. Die aus vollem Leben dampfende Erde atmet sie sich aus uns raus. Sie sind mythischer Lehm. Sie werden zwischen unsren inneren Organen verstanden, also gezeugt, wachsen in ihnen, fallen wie beseelt und mit eigenem Leben aus uns ständig erneut und erneuert heraus.
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