Mittwoch, 8. Juli 2015

Tier und Gott

Das MenschenTier ist nicht echt, es hat einen zerrissenen, gezeichneten Körper. Es hat keinen lebendigen Leib. Es ist ein Wesen, ausgeschieden aus der Gemeinde, abgetrieben. Menschen, die leben für sich allein, sind solches KunstGetier. Ein echtes Tier wird der Mensch nie sein. Wer hat jemals schon so widerlich perverse Tiere gesehen. Asket, Zölibatär: das ist der RestMensch ohne Leib, mit RestLeben ohne eigene Organe. Diesem Unwesen wird der Geist Wirklichkeit, dem steigt noch Gott vom Himmel herab als Hirte und Führer. Zölibatär, geglaubt und geachtet will er sein, seinem Gott gleich – und ist doch nur widerlich-unheimliches Untier, NutzVieh, zugleich Schaf, Rindvieh und HausSchwein. Asket und Zölibatär verlassen den Leib und begegnen als Schwein beispielsweise dem heiligen Geist. So funktioniert Erleuchtung. Ein Gott fährt ins Schwein – und der Glaube macht es rein. Das ist Glaube allein: der Wahn unbestimmten Freiseins und -sinns eines geschlechtlich pervertierten Zölibatärs und der Traum eines verdreckten Asketen von fremder Reinheit.

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