Mittwoch, 14. September 2016

Transsubstantiation

Heterosexualität basiert auf symbolischer Sinnlichkeit. Die symbolische Sinnlichkeit spaltet das lebendige Objekt. Das Objekt teilt sich und die Sinnlichkeit erzeugt ihr verschieden geschlechtliches Subjekt. Beim Menschen ist die Sinnlichkeit metaphorisch verfeinert zum Gesicht aufgestiegen. Die metaphorische Verfeinerung nennen wir Liebe. Einem Mensch, dem dieser metaphorische Sinn fehlt, überschreibt die Symbolik des andern Geschlechts den eigenen Leib. Er ist innen kaltes Objekt in Bezug auf das eigenen Geschlecht und hat eine andersgeschlechtliche Hülle. Seine Begierde erfüllt sich ihm an der Hülle des eigenen Leibs, der ein anderes Geschlecht haben will. Zugleich ist das gesichtslose Geschlecht des andern auch das Objekt der Begierde. Das metaphorische Subjekt ist tief in ihm versteckt und nur ein Schlusspunkt der metaphorischen Sinnsuche. Der Transe ist das leere unerfüllbare Sinnsucht. Schlusspunkt des Idealismus. Maßlose Übertreibung und Ende der abstrakten Bildhaftigkeit. Die Wirklichkeit wird dem Wesen 'Mensch' also zunehmend mit Bildern überschrieben, die sich auflösen, und es verwandelt sich in ein Würmchen. Der Wurm will unter die Erde und die Transe geht an Buch-Stab, Strich, Komma, Pünktchen, Körnchen - oder einem Mückenstich ein.

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