Mittwoch, 7. September 2016

Der Idiot

Der Mensch glaubt an Fortschritt und Fortpflanzung, beides erzeugt aber erst den Wunsch nach Glück. Glück ist das kindliche Gefühl der Geborgenheit. Die Fortpflanzung erzeugt das Gefühl rückwirkend notwendig. Das ewige Kind ist also das Ziel der Evolution. Kindlich ist die Schönheit an sich und kindisch das Streben des vergehenden Lebens danach. Technik ist das Gerüst, das Kindliches und Kindisches zunehmend mit jeder Fortpflanzung weiter auseinander treibt. Darum ist Trieb auch der Wille zum Treibstoff, der den Fortschritt beschleunigt. Das kindlich und das kindisch Schöne setzten die Triebkraft frei, die in der Maschine sich äußert. Im ewigen Kind ist das Leben Subjekt des Maschinellen. Der Mensch ist somit eine ideelle Maschinenzucht, die ein Pflanzliches als eingebildetes Himmelreich um sich bildet. Der Himmel ist ein KugelRund aus Erdreich und Blätterdach.

Das Organische schreitet fort zum Maschinellen und das Leben ist der beständige Reibungsverlust, an der die Maschine am Ende scheitern muss. Die Sinnfrage des Lebendigen ist eine Ahnung des Scheiterns als Grund des lebendigen Seins. Erfüllung des Lebendigen wäre also ein Scheitern der Technik im maschinellen Sein. Das Versagen an sich bei Fortpflanzung und Fortschritt ist höchstes menschliches Glück: es verwirklicht sich im vollkommenen Idioten. Da ist man ewig Kind und das Kind endlich Gott. Da war Nietzsche plötzlich ein eitler sinngelehrter Schriftsteller.

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