Jede Religion füllt mit Inhalt neu das, was im Denken über die Gegenstände des Diesseits ganz allgemein oder unbestimmt hinausgehen will und befindet sich damit automatisch im Widerspruch mit sich selbst. Dieser erfüllte Widerspruch wird wiederum neu inhaltsleerer Widerspruch, da das Denken eben sich selber nicht fassen kann. Er bleibt auch als Nichts, wenn Religion im Diesseits an sich endlich auf Dauer gescheitert ist. Der Gott-Gläubige widerspricht der Leere, hebt den Widerspruch auf und befindet sich:- im Diesseits. Niemand ist stärker dem Diesseits verhaftet als dieser Gläubige, denn er hat den Zweifel nicht, der das Jenseits begründet oder bestimmt. Der Gläubige zweifelt nicht am Diesseits und glaubt, es sich als Jenseits verdient zu haben. Der Zweifler hingegen hat ein allgemeines unbestimmtes Jenseits und ein ungewisses Diesseits. Dem Zweifler allein ist das Jenseits gewiss. Wir haben also die Wahl zwischen dem höllischen Nichts und dem der himmlischen Verzweiflung. Gläubige sind Materialisten und Zweifler sind Idealisten? Falsch. Wir sind im Reich der Begriffe oder Religion. Der Zweifler hat eine Seele, die vielleicht 'Gläubiger' heißt. Seele ist Schuld. Ein Gläubiger hat sie im andern, der Zweifler vielleicht lediglich Schulden.
Idealismus kann man nur so auflösen.
Jede Religion basiert auf Schulden, braucht Gläubiger und Verzweifelte. Man muss für diese Einsicht nur ihre die Schuldenmacherei tragenden Wahngebilde einsehen, die Bücher schauen und dann die sie begründenden Prozesse meiden. Der Prozess ist ein Gedankenspiel zum Vorteil der Belesenen. Den Stoff der Lektüre nennt man Recht. Wer nicht lesen kann ist im Unrecht und wird mit Schulden erpresst. Das allein ist die Schuld des K. im Prozess von Franz Kafka. Erbsünde ist nur ein Mangel an Erbe. Alle großen Religionen aber wollen nichts als Sicherheit und Besitz.
Besitz ist gestohlen und Sicherheit ist die damit verbundene Gewalt.
Eins sind Kirche und Bank.
Seele ist gesunder Selbstzweifel. Ein Leib macht sich Gedanken über sich.
Die Seligkeit der Gläubigen, ihrer Erhebung ins Amt, macht aus ihnen Seelenräuber. Seelenraub ist einfach und deutlich: Betrug und Mord, Erhöhung zum eigenen Geist durch des anderen Tod.
Mission ist Rauben und unablässiges Morden.
Nehmt den Gläubigen die Waffen ab, zweifelt ihre Geldmacht an und staunt sodann über die Wahrheit.
Gläubige sind gefährlich und potentiell maßlos. Atheisten sind gerne harmlos und bescheiden.
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