Samstag, 11. Juni 2016

Depression und Schizophrenie

Schizophrenie ist u. a. die Differenz von Rede und Schrift. Rede ist symbolisch und Schrift immer mythisch. Mythos ist der Traum vom Symbol. Im Mythos auf der Ebene der Schrift träumen wir von der verlorenen Wirklichkeit. Nebenbei: die Schrift ist männlich und die Rede hat einen weiblichen Kern. Odysseus ist der Stift, der die auf dem Blatt oder Glatt der See ausgelaufenene Wirklichkeit verteilt: Schiff und Stift machen die Schrift. T ist zuhause und passt auf das Eigentum auf. Penelope ist der Strich, mit dem Dach über dem Kopf: das ist Odysseus Hoffnung, dass sein Weib verarmt und nicht auf dem Strich steht.

Hoffnung ist oftmals Nichts und Schreiben ist manchmal alles.

Symbolisch gedacht: und reichlich mythisch geredet:

Schizophren: ist z. B. Die Spaltung von Rede und Schrift. Rede ist eher symbolisch, Schrift metaphorisch. Symbolisch ist gleich bildhaft-mythisch. Metaphorisch ist auf die Auflösung der Bildhaftigkeit gerichtet und tendiert gegen die abstrakte Zeichenhaftigkeit gefangen zwischen 0 und 1.

Im Reich: der Schizophrenen sind alle Menschen gefangen:

Die Patienten sind symbolische Einsen und ein gesperrt. Die Psychiater sind Nullen und aus gesperrt im Reich der Metapher.

Im Reich der Metapher gibt es den Glauben an arm und reich. Die Metapher sorgt für Verwirrung: im Freien kugeln die Nullen durch den Raum und bezeichnen sich als regierende Einsen. Das ist auch der Unterschied zwischen Wirklichkeit und Realität. Die Wirklichkeit ist symbolische Eins, die die Realität oberflächlich und zum Schein überwunden glaubt. Realität herrscht also zum Schein über die ihr eingebildete Wirklichkeit.

Und immer werden die regierenden Nullen von der Krise überrascht. Da platzt der Schein über der Wirklichkeit.

Freud hatte schon recht: Rede heilt. Jedoch nicht, weil sie ein Unbewusstes zutage fördert – da ist sie nur verwirrend metaphorisch -, sondern z. B., weil der Arzt sich zum Dieb der Schrift und Metapher macht und den Patienten im Reich der Symbolik zurück lässt. Der Arzt ist gefangen im eigenen Wahn und der Patient im Wahn des Arztes irgendwie wirklich frei. Die B Zahlung der B Handlung: im Reich der Schmarotzer werden 0 und Eins getauscht: Arbeitsteilung: Patient wird Eins real und aufgeblasene Wirklichkeit und der Arzt erhält eins vor die Null, die er ist, wird reich.

Schizophrenie: Szasz denkt abstrakt, aber erkennt doch die Wirklichkeit: in den vergangenen Jahrhunderten wurden die Opfer der industriellen Revolution eingesperrt, um sie dem patriarchalen Wahnsinn mit Zwang zu erhalten. Das Patriarchat transportiert das weiblich Symbolhafte auf die eigenene Metaebene und erzeugt ein metaphorisches Reich. Die Ausreißer der D Pression in D eR Re Volution müssen wieder eingefangen werden. Die Schriftzersetzung kann nur mit Gewalt aufgehalten werden.

Das ist der einzige Unterschied zwischen Paranoia/Schizophrenie und Zwangsneurose/Hysterie: das eine findet im richtigen Leben statt, das anderen im abgeschiedenen Reich unter Schmarotzern.

Paranoia und Schizophrenie gehören in die geglaubte Wirklichkeit. M.a.W. Islam und Christentum gehören in die gläubige Wirklichkeit. Und der Jude ist ein Therapeut, der den Unterschied sieht und doch im Missverständnis lebt. Ich spare mir hier nicht die weiter gehende Deutlichkeit, den paranoischen Selbsthass der Schizophrenen: den vom christlichen Mitleid gelähmten oder hin gehaltenen Opfern wird durch den leidenden Hass der Moslems der Kopf abgerissen.

Juden sind Krieger, die einen Alptraum leben müssen.

Wir haben ein Dreieck, das besteht aus der Null und der Eins, die sich in räumlicher Bewegung als groß und klein geben. Groß ist die Null und klein ist die eins. Die dritte Seite im Dreieck ist die Position des Beobachters. Null/Eins: da verschiebt sich die Arbeit im Geldwert. Groß/klein: ist der Raum, in dem sich der Autor befindet, das ist ein Jenseits der Schmarotzer-Herrlichkeit. Raum folgt der Zeit und geht über den menschlichen Verstand - ein in die Ewigkeit. Das ist Schizophrenie!, nicht wahr?

Mythologisch gedacht: und symbolisch geschrieben:

Szasz irrt sich. Schizophrenie gibt es tatsächlich. Allerdings ist sie keine Krankheit, sondern der Normalzustand des menschlichen Denkens, insofern es der körperlichen Zerrissenheit entspricht, die nichts ist als die unmittelbare Wirksamkeit der Zwänge der Produktion in der reinen WarenWelt.

Depression ist eine natürliche leibliche Reaktion auf die Schizophrenie, das Leid am 'Normalzustand' der Entfremdung. Szasz hat insofern recht, als die Depression in den psychiatrischen Kliniken erst wieder zur Schizophrenie hingebogen wird. Die Schizophrenie ist der Therapeuten Wunsch nach des widerspenstigen Patienten Heilung, Wiederherstellung der Normalität. Daher ist die Therapie natürlich ein Dauerzustand, der unablässig durch der Therapeuten Arbeit gegen der Patienten Leiblichkeit erhalten werden muss.

Szasz heilt die Depression schriftlich, also ohne den Patienten. Er lebt von der Schrift als Heilung und spart das Opfer der Psychiatrie einfach aus. Er predigt selbst den Besitz und den Zwang der Arbeit – im eigenen Fall in der Herstellung der BuchTexte – und finanziert seinen eigenen schizophrenen Zustand mit dem Geld der Leser: Tantiemenphilosophie.

Warum bestärkt man nicht einfach die Depressiven in ihrem Leid und greift also die Schizophrenie des Denkens in der total maschinellen Produktion und deren WarenWelt und der dazugehörenden geldbestimmten Körperlichkeit, die Entfremdung, Veräußerung der Arbeitskraft an?

Schizophren ist also der Normale. Der Depressive ist ein Ausreißer. Die Therapeuten stellen im Normalfall die Schizophrenie des Ausreißers mühsam wieder her. Szasz erspart sich die Wiederherstellung durch die Auslassung des Ausreißers im Text. Beim Schreiben ist man halt einfach allein. Szasz ist ein Depressiver, der die eigenen schizophrene Normalität durch das Schreiben und die damit verbundenen Einnahmen mühsam wiederherstellt.

Szasz ist allein, Geromimo, Ein-Mann-Krieg, einsamer Angriff auf die Bastionen der Gewalt seiner Therapeuten-Kollegen. Er kämpft aber doch im Grunde nicht gegen die Kollegen, sondern gegen ihre gewaltige Patientenmannschaft. Darum also hasst Szasz so sehr auch die Anti-Psychiatrie, das sind die Anarchisten, die die alltägliche Schizophrenie aufweichen und dem Normalbürger damit den eigenen Wahn vorführen und ihm mit der Depression drohen. Der Normalbürger hat Angst vor der Depression, die die verkehrten Verhältnisse angreift und den Leib befreit. Depression bedeutet sowohl wirtschaftlichen Niedergang, das Aus der Geldwirtschaft, als auch eine Vertiefung der leiblichen Eindrücke, die Befreiung der Organe des Leibes hinaus in die wirkliche Welt. Die Depression ist eine Organspende der anderen Art. Der Welt werden nicht die Organe gespendet, sondern nur deren Lebenskraft, der wahre menschliche Geist. Warum nur 4 Sterne bei Amazon?: weil der Autor nicht offen macht, dass er sich selber schreibt. Er spendet uns nicht ausreichend Kraft. Wer ist der fünfte Star, der das schafft?

Wir brauchen die Utopie der wahnsinnig Depressiven und keinen Szasz, den Prediger der Befreiung hin zum totalen Sieg der Schizophrenie, des Kapitals, der Maschinen, der geldwerten Arbeit.

Szasz hat Recht: Hunger heilt die Schizophrenie nicht. Hungern und Überfressen sind Behandlungsmethoden, die den Menschen zum Vieh machen. Da fehlt nur die natürliche Not und die Überwindung der Not durch soziales Handeln. Der Mensch als reiner Schmarotzer ist ein Vieh, das weder Depression noch Schizophrenie kennt, lebt für aller verdorbene Brut im ZinsReich.

Eure Zinsen werden bald geschlachtet sein, Arme in Not und Lebensgefahr und die Kinder der Reichen Lebensmittel. Krieg wird noch Dauerzustand.

Szasz ist einzig. Er tauft die Depression um, nennt sie falsches Mitleid: das ist zugleich ein Wort für des anderen Schizophrenie. Freiheit ist leibliches Niederschlagen der Armut. Krise ist nur das Scheitern der Freiheit an sich selbst. Glaube vs. Ideal: da schlagen sich scheinbar nur ungleiche Brüder den Schädel ein.

Arm vs. reich wird ersetzt durch faul vs. Fleiß. Das ist menschlicher Selbstbetrug vom Staat garantiert, rechtlich erzwungen. Schafft den Staat erst ab. Dann erst herrscht die ungeregelte Menschlichkeit von gesund vs. krank oder endlich das Paradies auf Erden und die Faulheit mit Fleiß.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen