Sonntag, 1. November 2015

Augenblick und Gegenwart

Die Menschen hängen am Augenblick wie das Vieh, leben aber nicht in der Gegenwart. Auch mit dem blöden Augenblick kehrt Mensch nur zurück ins Tierreich, nicht aber zurück zum ursprünglichen Mensch-Sein. Das Mensch-Sein ist uranfänglich widernatürlich. Im Tierreich gibt es die Hierarchie so wie im entmenschten Männerreich. Zur Unmenschlichkeit gehört die Idee der Utopie und der hängt der Mensch an in der Waren-Welt, in der nur der Wunsch noch zählt.

In der utopischen Wunschwelt, Waren-Welt, im Schlaraffenland, da hängt der Mensch also am Augenblick wie das Vieh. Das hierarchische System befreit den Menschen tendenziell zur Bestie. Idee ist Glaube. Zu Manns Welt der Hierarchie gehört die Bestie als Idee in die Vorstellung des Hier und Jetzt und der Gegensatz eines ewig sich gleichen englischen Heils ins Jenseits. Die Bestie gebunden im Diesseits an den Pflock des Nu will ein Jenseits mit dem Rausch des höchsten Augenblicks der Lust für alle Zeit.

Mann ist auf dem Sprung von Augenblick zu Augenblick immer gefangen in der Zeit. Er lebt nie in der Gegenwart. Mann ist nicht Leib.

Das Leben in der Gegenwart ist uranfänglich menschlich und widernatürlich: das Tier im Menschen will abgetrieben sein.

Die verlängerte Kindheit wie auch die Liebe zum Kind sind eine Folge des langen großen Willens zur Abtreibung. Der Zwang der Natur kommt nieder auf uns in göttlicher Schönheit und zwingt uns den viehischen Willen wieder auf. Unser Wille ist nur der Unwille der Natur, der sich der Abtreibung widersetzt.

Zum urmenschlichen leiblichen Zusammenhang gehört der Hunger. Und die Bescheidenheit als des Leibes höchste Tugend sondert den Urmenschen, der auch ich bin, von den Äußerlichkeiten der Waren-Welt und ihren viehischen Zusammenhängen. Die Bescheidenheit ist das schmale Türchen, durch das man den Leib auch wieder erreichen kann. Sie ist der Ausgang aus der Gefangenschaft der Zeit.

Die Bescheidenheit ist seit dem Sündenfall in Manns Reich die Hintertür zum irdischen Himmelreich. Da begegnet der Geist dem Leib. Der Leib ist der Schlüssel und das Schloss ist der Irrtum des Geistes. Der Schlüssel muss für uns erst gedreht werden und geht dann ins gewendete Schloss von hinten rein. So kommt man in die Gegenwart und fliegt durch Raum und Zeit.

Ich schließe den Menschen in Hüllen ein für eine Reise durch Raum und Zeit. Hüllen können auch Texte sein. Auch Bilder haben ein Ende und Menschen am Rande, die das Ende erreicht. Am Rand und End ist ein Mensch ganz Bild und Leib und der Anfang des Untergangs der Menschheit.

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