Sonntag, 22. November 2015

Traum und Zeit

Ich bin reiner Raum, abgehellt, ihr seid nur Zeit ist farbiger Schein. Worum dreht sich der Beisatz? Zeit ist in der Mitte euch Gegenstand und beherrscht euch. Ihr macht sie zum Herrn und sie betrügt euch. Ihr schaut in die Vergangenheit und lebt in der Zeit, ihr lasst euch von der Zukunft gefangen nehmen. Ich bin nur gegenwärtig, Leib, ich sehe alles, was ist in der Zeit. Ihr seid Farbe, ich bin der Farbe Grund. Ich sehe schwarz und weiß. Ich bin weiß. Um mich ist übernacht und grau die ganze Wirklichkeit. Im Reich wandert das Ende innen nach oben. Es wird zur Blüte, die den eigenen Leib überwindet. Die Blüte ist ein Schmarotzer, in der die Pflanze ihren Tod findet. Der Mensch muss sich als Pflanze begreifen: äußerlich: Krieg ist unvermeidlich. Ich bin? Mathematik ist Schwachsinn, Oberfläche einer Maschinenwelt. Maschinen sind so wenig wie Pflanzen ausrechenbar. Mathematik ist die ausgerechnete Hilflosigkeit des Menschen gegenüber der pflanzlichen Wirklichkeit. Die Pflanze ist ein Gesetzesbrecher. Gehirnwendung. Jede Verwandlung des Körpers ist mir fremd, oberflächliche Berichtigung und unaufhörliches Verschönern. Alles vergeblich. Ich bin umsonst. Ihr jagt noch mit allem, was ihr seid, nach dem andern Geschlecht. Ich habe keines. Ich bin ein Leib, der alles in sich fasst und verdichtet begreift. Die Wollust braucht kein Geschlecht. Das Geschlecht ist in der Lust und vom Verlangen gefangen. Die Wollust ist des Leibes höchste Gegenwart. Koitus: mit Gewalt verschafft sich der Körper nur Langeweile. Ehe ist gewaltsame Vereinigung mit dem Ziel unendlicher Langeweile. Arbeit ist Gewalt gegen den Leib: Wunsch und Lust wird erarbeitet und erlöst durch Enttäuschung. Warum durchschaut dann keiner die Täuschung?: weil die Gewalt uns im Gesetz umgibt. Auch das Naturgesetz ist nur Menschenwerk, Lüge und angenehmes Irren.

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