Freitag, 15. April 2016

Vom Bösen

Für den vorgeschichtlichen Menschen – unter jeder Metaebene – ist das Jenseits die gestaltete Erde und das Paradies der vom Hunger befreite Leib.

In der Welt der Waren und Zeichen ist die regelmäßig wiederkehrende Hungersnot Gott; das Jenseits ist die Maschinenwelt mit dem Konsumabfall; das Paradies ist die verlorene gute Erde. Die Erde ist als Ideal unerreichbar und real verdorben. Die Maschinenwelt ist unbegreifbar. Der Mensch beraubt seines Leibes, seiner sich den Dingen vermittelnden Lebenskraft, seiner Sinnlichkeit, seiner Organe und Sinne, fragt endlich nach dem Sinn. Mensch ist sinnlos und sein Fragen unsinnig. Jedes Fragezeichen ist ein Haken, an dem mensch sich erhängt, jedes Ausrufezeichen ist ein Hilfe- und Todesschrei.

Was macht nun der Schöpfer und Übermensch?: er geht spielerisch über das Fragezeichen hinaus: er verweigert der Maschine die Kraft seiner Arbeit, die Energie seines Leibes: er lernt und begreift sich und seinen Leib: er will Geist los sein, sich die Seele zurücknehmen und mit seiner Umgebung teilen. Damit steht mensch über machtlosem Gott und Bescheidenheit siegt über Hunger und Not.

Der Übermensch wird nicht länger gesteuert vom einem Ge-Hirn-Brei, sondern hat mittels seines Hirns Macht über alle Zeichen. Das Hirn ist ihm seliges Werkzeug. Das Werkzeug braucht die Maschinen nicht. Er sieht die Grammatik mit Leib und Sinnen und gestaltet die Zeichenwelt neu. Die alten Maschinen zerbrechen dabei. Die Strafkolonie ist ein Bauplan für die Erde als Leib. Die Erde ist ihm beliebiges Zentrum seines Universums. Alles bleibt ewig sich gleich und alles kann überall sein.

Gott ist machtlos und wer es nicht glaubt, wird darüber notwendig zum Vieh und weit darunter noch bestialisch abstrakt gewalttätig – boshaft.

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