In der Wirtschaftskrise kommt das schlechte Wesen der Staaten zutage.
Das System kollabiert, weil Hunger die Mittel zum Leben überschreitet.
In guten Zeiten wird die Fortpflanzung natürlich gefördert. In
schlechten Zeiten wird sie gefordert und erzwungen. In guten Zeiten -
wie in vorstaatlicher Zeit - ist die Abtreibung ein geringes Vergehen.
In vorstaatlicher Zeit war auch die Kindstötung keine Straftat. Drei
Monate Haft war lange noch im Mittelalter Maximum an Buße und Entschuldigung. Die
Wirtschaftskrise und der damit verbundene Fortpflanzungszwang bringen
uns den Begriff vom Wert des Lebens an sich unter dem konkret die
Verwertbarkeit dem Unwert gegenübertreten muss. Die Masse des
verwertbaren Lebens darf nun nicht mehr beseitigt werden. Unerheblich
ist, dass das die Krise verschärft und den Hunger vergrößert. Das
unwerte Leben darf vernichtet werden und unwert ist auch der mütterliche
Leib, der sich der Fortpflanzung verweigert. Das größte Übel in der
Krisenzeit ist die staatliche Aufwertung des werdenden Lebens und die
Entpersönlichung des Weibs, deren Herabwürdigung zur Gebärmaschine
(katholische Krankheit). Den Frauen wird nun auch die Seele tendenziell
abgesprochen und dem Kind - vor allem dem männlichen - dafür
Seelengewicht drauf gerechnet. Seele ist fleischliche Verwertbarkeit. In
der Krise bei maximaler Verschiebung des Seelengewichts hat für den
gläubigen Wahn noch ein einzelnes Spermium Seelenpersönlichkeit
(polnisch-katholisches Irresein).
Entschuldung ersetzt uns die Entschuldigung. Die Entschuldung verlangt die Opferung eines unschuldigen - in gewisser Weise auch unbeteiligten - Außenseiters.
Rom in der Krise. Ovid war ein Freiddenker, Augustus nur ein stumpfsinniger Krisenmanager. Ovids 'Verbannung' ist nichts als ein geschriebener Prostest gegen die Erniedrigung und Ausgrenzung der Frau. Ovid hatte selbst einen fremden Leib sich in der 'Verbannung' ersehnt. Letzes Werk und Einsicht - dieseits der Bewusstlosigkeit.
Mensch hat nur die Wahl zwischen Abtreibung und Opfertod, schönem freiem Sterben und Massenmord. Rechtzeitig gegenwärtig sein und vergehen oder grauenvoll am Leben hin- und hergerichtet irgendwie hängen?: das ist die Frage.
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