Montag, 14. Dezember 2015

Krebs

Krebs ist die Krankheit des herrschaftlichen Denkens. Die Behandlung ist nichts als das reine Bewusstsein der Krankheit. Feuer, Messer und Gift sind der bewusste Begriff der Krankheit und nicht ihr Heil. Sie sind Entstellung und Verschiebung der Krankheit in unseren Wissensbereich. Wissen ist ein Irren über die Wirklichkeit, die wirklichen Bedürfnisse des Leibs. Mit der Behandlung bestraft der Mensch seinen Leib für den Widerstand gegen den Geist. Dem Geist ist das Hirn ein Geschwür und die Behandlung sein Wille und Widerstand gegen die Berichtigung der falschen Wahrnehmung. Krebs ist eine Wirkung des Geistes und mit der dem Leib aufgezwungenen Behandlung belügt er sich und betrügt er ihn. Geist ist gerade, gedreht und gewendet immer nur Lüge und im Krebs wird die Lüge Fleisch und will menschlicher Leib sein. Feuer, Messer und Gift haben daher keine Nebenwirkungen. Sie sind die Hauptwirkung der vom Geist gezeugten leiblichen Krankheit 'Krebs'. Das Feuer des Geistes, der Vernunft, das Messer des Verstandes, des Geistes Gewitztheit, das Gift der List, Täuschung und Lüge: da windet der Geist sich in seiner 'Wahrheit' gegen die lebendige leibliche Wirklichkeit, den ewigen Widerstand des Leibes gegen die äußere Widerlichkeit. Der Geist und das Bewusstsein gehören zum Leib so wenig wie ein Hirn als 'Geschwür'. Die Behandlung der 'Krankheit' hat keine 'Nebenwirkungen'. Geist ist Subjekt und Krebs ist seine objektive Wahrheit und die Nebenwirkungen sind das Prädikat, das ihm einen Willen bezeugt. Der Leib ist ihm Sünde. Die Krebs-Krankheit ist dem Geist Ausdruck der Sünde und das Prädikat ist das uns vom Geist gepredigte 'Heil'. Geist ist die von der Warenverhandlung der Arbeit dem Leib aufgezwungene äußere Widerlichkeit der schönen Zeichen. Werbung ist die schöne Oberfläche, falsche Haut gezogen über einen Haufen von Exkrementen. Dazwischen setzt sich die Warenproduktion und -maschine als Ersatz für den Leib. Die Behandlung der Krebs-Krankheit hat keine 'Nebenwirkungen', denn sie bezweckt mit ihrem 'Heil' die Beseitigung des noch bestehenden Restes der leiblichen Gesundheit. Krebs ist die Hauptwirkung des Geistes und die 'Behandlung' des ihn und sein Geschwür (er)tragenden nebensächlichen Rest des Leibes sind seine wesentlichen Äußerungen.

Wissenschaft rührt mit ihren schönen Analyse-Instrumenten nur in der Scheiße. Sie ist naturgemäß blind für den menschlichen Leib. Der Leib hat eine Schönheit, die sie nicht begreift.

Man ergibt sich dem Prolaktin, Schuss der Erlösung in Erwartung des ewigen Heils.

Das Heil des Geistes ist die lange Weile, Beschränkung in der Unendlichkeit, Umschlagung des produktiven Kapitals, Fortpflanzung von Generation zu Generation.

Leib ist nur Gegenwart.

Krebs ist 'Heil!' Führer, Gott und Geist.

De Sade positioniert in den '120 Tagen' zwischen ordentlicher Gewalt und anarchischem Exkrement neu den 'perversen' wollüstigen Leib.

Curval und der Herzog sind Feuer, der Bischof ein Messer, Durcet ist tückisches Gift. Was bleibt nach 120 Tagen, ist Verstümmlung als falsche Leiblichkeit, Frauen, die Masken sind für eine niedergerissene Männlichkeit. Genialität, Ahnung der Vollkommenheit, aufschießender Trieb, unerträgliches Wissen und die unerreichbare Ganzheit des anderen Geschlechts niedergeschrieben, Verzweiflung befördernd höchste Einsicht, von gestiefeltem Stolz im Gleichschritt doch wieder nieder vertreten.

Was einst Sünde war, ist Krebs geworden.

Die Psychoanalyse ist so schwer zu packen und niederzuwerfen, weil sie aus der menschlich-perversen Leiblichkeit etwas Viehisch-Natürliches machen will. Der Mensch aber ist kein Vieh und pecus ist nicht seine Wirklichkeit. Viehisch ist die Geldwirtschaft: da haben wir doch der Analytiker 'Heil'. Ohne Geld gibt es in der Analyse keine 'Gesundheit'. Die geistige Gesundheit der Analyse lässt den Leib tödlich verwundet zurück. 'Der Landarzt' kommt nicht weit ohne den Leib: die verfluchte Schriftstellerei führt zu nichts.

Meine 'Grammatik' zersetzt Denken und Schrift und führt zur Gesundheit. Das Denken will wieder leiblich sein und die Schrift ist unterwürfiger Hund. Man muss das Männliche und Weibliche beim Denken und Schreiben erst sondern und dann in die gerichtete Ordnung neu bringen.

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