Samstag, 12. Dezember 2015

Glück des Todes

Wir erinnern, weil wir Gegenwart sind, alles, was wir waren und sein werden. Das hat nichts mit dem Gedächtnis zu tun. Das Gedächtnis ist Oberfläche und scheinbar etwas, das uns ausmacht. Was uns ausmacht, nennen wir Vergangenheit, etwas, das sich gegen die gegenwärtige Leiblichkeit sträubt. Das Leben ist etwas, das sich von der Gegenwart sondert und auf uns zu zu kommen scheint. Das Maschinenhafte ist es, das die glückliche Leiblichkeit zum Leben hin erst entfremdet. Daraus folgt, dass nicht in der Zukunft und im Jenseits das Glück liegt, sondern die Vernichtung des Lebens und die ewig gegenwärtige Leiblichkeit. Die Gegenwart des Todes ist ein Glück, das nicht mehr verrückt.

Die eingebildete Gegenwart der Wissenden ist berechnete Oberfläche und liegt weit jenseits des Leibes. Sie ist ein mechanischer Fehler des Selbst. Unter der Oberfläche windet sich vor Schmerzen der Leib. Glaube ist der Irrtum, dass der Schmerz notwendig ist. Man muss aber nur die Oberfläche sprengen und Geist und Bewusstsein beiseite drängen. Dann hat man den Leib in des Lebens Gefahr. Der Leib hat seinen Feind in der Welt der Maschinen. Seine wollüstige Gegenwart verleiht der Maschine Kraft. Die Zerstörungskraft der Maschinen ist eine vom Leib an ihnen erzeugte Störung. Der Leib setzt sich frei. Die Zerstörung der Maschinen aber ist des Leibes höchstes Glück im Tod.

Im Krieg geht die Staatsmaschine unter zur Befreiung des Volksleibs. Volk ist orgiastisches Massenglück, Gegenwart, die sich im Hass überwindet und der Liebe erliegt.

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