Samstag, 12. Dezember 2015

Das Kind im Spiegel

Der Mensch hat einen Spiegel des Außen in sich, in dem er sich finden kann. Dieses Schein- und Betrugssystem heißt er sein Bewusstsein. Im Spiegel findet sich unser Leib ganz verkehrt und das Außen tut ihm Gewalt an. Das Kind spricht von sich in der dritten Person, der sich entfremdete Mensch in der ersten. Der vollkommene Leib hat diesen Sprung (im Spiegel) nicht in sich, er übergeht ihn von Beginn an.

Das Kind im Spiegel nimmt sich die Welt wie es ist.

Narziss ist des Erwachsenen Normalzustand der Gefangenschaft in Wünschen aus Waren und Zeichen mit Zahl.

‚Narzissmus‘ als Begriff ist eine Beleidigung des Leibs: die Analyse erklärt den Schmerz des Leibes zum Widerlichen am Wunsch und damit den Wunsch zum erlösenden Heil. Der unvollkommene Wunsch gehört ihr zum Diesseits und ist mit der Sünde behaftet. Den reinen Wunsch gibt es für die Analyse nur im Jenseits. Zur Erlösung gehört auch der Geldschein als Schein der Heiligkeit, der auf den Analytiker zu übertragen ist. Die Übertragungsliebe begehrt wieder nur den Geldschein des Analytikers. Der Geldschein ist der Wunsch ohne Ware, der Betrug ohne Betrüger und Verbrechen. Der Analytiker glaubt an das Heil wie der Jurist an sein Gesetz. Heil und Gesetz sind Verbrechen gegen den Leib.

Tötet die Heiler - nicht. Sie sind lange schon nichts. Sie wissen nichts. Sie glauben - Nichts. Sie wissen, was Hoffnung ist. Wir wissen, wir brauchen das nicht.

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