Montag, 22. August 2016
Vom Geist im Rechner
Realität ist ein Ergebnis der Vermarktung der Wirklichkeit, der
Verwandlung der ganzen Welt in eine der Waren durch die eine Arbeit, die geldbewertet ihren Grund nicht mehr kennt. Die Realität besteht aus
Objekten, Scheingegenständen des menschlichen Geistes. Das Gespenst
‚Geist‘ behauptet, gegenüber dem erfahrenen Schein des Realen
wirklich zu sein. Geist aber ist nur ein Rückbezug des Realen auf sich
und auf eine Wirklichkeit, die als unbewusst dem Geist nicht erfahrbar
ist. Der Geist hat in der Bewegung des Rückbezugs, der ein symbolisches weg von der Wirklichkeit ist, selbstverständlich einen Mangel an Grund.
Diesen dem System der Gedanken in Objekten immanenten Mangel, der uns
durch die Köpfe geistert als ein von der Natur besondertes Sein,
quittiert der Geist als Verlangen nach Sinn. Auf der Suche nach Sinn
reist der Geist in die Zukunft im Schwung des Hoffens und Schwingen der Wünsche.
Zur Vergangenheit reißt der wunde Leib ihn da hin auf dem Rücken viehischer
Verzweiflung, wo die dunkle Begierde ihm tückisch Erlösung verheißt. Mit der Sinnfrage glaubt mancher sich im Licht und ist nur im Bild oder Rechenvorgang. Wirklich ist der Leib und real sind Bild und Rechenvorgang. Bewusstsein ist eine Maschine und Sinn der Prozess ihrer Arbeit. Nur der nichtige Augenblick und die schwere Gegenwart sind wirklich. Reisen durch Raum und Zeit sind leicht wie die aus Gedanken gesponnene Realität. Raum schwindet, Zeit schwillt. Jede Rechenmaschine produziert real Geist und hat ein Sinnloch in sich, durch das sie die Schwere der Wirklichkeit zu sich nimmt. Wir haben die Schwerkraft in uns und begreifen sie nicht.
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