... Verkehrung tierischer Lust.
Menschlich ist die Unterscheidung von Lust und Wollust in dem Sinn, dass das eine unmittelbar das andere ersetzen kann. Die Wollust führt zur Abtreibung und durch Symbolisation zur Lust am Zeichen dafür als Grund des Sprechens. Die erste sprachliche Äußerung des Menschen ist die Verlachung der Nachkommenschaft. Sprechen ist also erst ein Fortlachen der Nachkommen. Jedes uranfänglich lustvoll besprochenes Ding ist ein verhindertes Kind. Frei vom Zwang der Fortpflanzung bespricht der Mensch lachend die Welt.
Erst durch die Schrift und den Willen zur Fortpflanzung wird der Mensch wieder ins Tierreich zurückgestellt. Symbol wird verschoben zur Metapher, zum selbständigen Zeichen, das vornehmlich den Mann sich untertan macht. Im Patriarchat ist der Mann Untertan einer eigenen Zeichenwelt. Eigentum ist das fremde Sein der Dinge, dem der Mann dient.
Welt ist erst weiblicher Sprachleib und dann objektiver Zeichenkörper der Schrift, dem der Mann als Rest eines leiblichen Zipfels anhängt. Frauen graben sich aus der Schriftsprache heraus und Männer lassen sich von ihr einwickeln.
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