Transubstantiationen in der Kleinfamilie:
Wenn eine Frau nicht aufrecht gehen kann, wird die Tochter zum Mann.
Ist der Mann dazu stark und gewalttätig, fühlt die Tochter nur männlich oberflächlich (mit Schläger und Ball) und wird lesbisch.
Ist der Mann eher schwach, bleibt der Tochter nur ein Bild von Mann, das ist der ihr allgemein fälschlich von der Gesellschaft eingebildete Mann, dem sie sich leiblich angleichen darf und will, so will sie die Geschlechtsumwandlung.
Ist der Mann indifferent, so wird die Tochter als Frau einfach nur falsch. Neid ist eine falsche Körperhaltung. Neid ist der Wille eines seelischen Krüppels von Weib nach wirklich starken Hinterbeinen. Sie fühlt sich schwach, ist eitel und greift ständig den Mann an.
Ist die Frau stark, so widerspricht das den Zwängen der Kleinfamilie, darum ist sie lesbisch oder neigt zur Verwandlung.
Da der Mann nicht ohne weiteres aufrecht gehen kann, ist er reaktiv gewalttätig. Gewalt resultiert aus Verzweiflung und Angst vor dem Versagen in der fremden Rolle. Bei der Geschlechtsumwandlung wendet sich ihm die Gewalt gegen den Leib.
Geschlechtsumwandlung ordnet also immer den Leib der Rolle unter und ist somit höchst leibfeindlich.
Der schwache Mann ergibt sich einfach seiner urmännlichen Natur in der ihm dafür verbliebenen Einbildung. Damit ist er schwul. Der Schwule hat seinen männlichen Leib erhalten dafür, dass er eine falsche Vorstellung der verlogenen gesellschaftlichen Realität entgegenstellt
In allen Fällen geht es nie um Identifikation, sondern um eine Mechanik zwischen Leib und Gesellschaft. Urmenschliche Grundstrukturen werden von der Leibwidrigkeit der patriarchalen Gesellschaft verändert.
Es gibt überhaupt keinen Normalzustand des Menschen in der Kleinfamilie. Die Kleinfamilie macht alle ihre Mitglieder krank. Die Rechtfertigung der Zustände in der Kleinfamilie ist ein Fall für die Bühne, nur imaginär ist Heil da möglich.
Freud ist ein Restaurator der Kleinfamilie auf der Miniaturbühne seiner Praxis, genauer: des kleinen Behandlungszimmerchens, noch enger: der Couch. Freud hat die Bühne mit der Wirklichkeit verwechselt. Freud hat für die Subjekte der Geld- und Warenzirkulation den Traum von der Kleinfamilie inszeniert. Wohlstandsnormalität. Als Nutte des Kapitals durfte er sich für ein paar Kröten ein Leben erträumen. Seine Patienten - m. a. W.: Opfer - hat er um Gage und Heil geprellt. Er war auch nur ein Führer. Ödipus ist der Trost der (Klein-)Bürger. Die ganz Armen und die ganz reichen Rentner sind e i n seliger Leib und in wollüstiger Wirklichkeit gehen Sie am Theater vorbei.
Freud setzt einen Urvater voraus, den es niemals gab. Daraus folgt ein weiterer Irrtum, die Horde bzw. ein Team dominanter Männer. Aber: das herrschende Männchen ist kein 'Vater' und die Herde ist keine Brüderhorde. Freud dreht nur die Zeit zurück, um das Patriarchat wiederherzustellen, dessen letzte Bastion die allem Menschlichen, der menschlichen Natur widersprechende, damit den Leib zersetzende Kleinfamilie ist. Die Kleinfamilie ist in allen ihren Elementen und Bestandteilen krank tief in die Organe hinein und bis auf die Knochen des einsamen Einzelnen.
Gegen Freud: die Urhorde wird vom aufrecht gehenden Weibchen dominiert. Das Männchen bekommt lange Arme oder längere Vorder- in Relation zu kürzeren Hinterbeinen. Stutzt und staunt, erkennt ihr die Gebeine der Vorfahren.
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