Bescheidenheit ist eine Tugend, die auf
den Leib zurück- und vorausweist. Sie will die Wirklichkeit. Den
Menschen der Scheinwelt in Waren aus B Werbung ist sie verwandelt die zum Wert hin
ins Geldreich umgewertete Untugend und Krankheit des Geistes: die Schüchternheit. Zum Tugendgefecht vor dem Spiegel gesellt sich als
Drittes die Opferbereitschaft. Dem Bescheidenen ist diese Sinn und
Grund des Seins und wird von uns dem Schüchternen als weitere Plage
zugeschrieben. Dem Bescheidenen gehört die Welt des Seins, er
steht bei ihr hinter dem Spiegel und hat eine Ahnung von Wahrheit und
Wirklichkeit. Der Schüchterne ist neben sich im Real um die Waren gefangen, doch manchmal befreit ihn das Leid an sich auch über den Schein hinaus zum absolut freien Leib. Da ist er Übermensch ganz am Boden, der seinen Schmerz mit einer Waage messen kann.
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